Schwimmbadgeflüster – Eine Trilogie hinter den Kulissen – Teil 2

Der Saunamann

Autorin: Katja Frühauf

Endlich Mittwoch! Ihr Verwöhntag. Und endlich Sauna.
Sie ist spät dran. Natürlich hatte der Chef sie noch kurz vor Feierabend aufgehalten. Aber immerhin ist sie gerade noch pünktlich zum Aufguss.
Flink zieht sie sich die enge Bürokleidung vom Körper, wirft sich ihre Tasche über die Schulter und dreht sich auf dem Weg zur Dusche die Haare im Nacken zusammen. Unter der Dusche gönnt sie sich eine kurze Verschnaufpause. Der warme Strahl massiert ihre verspannten Schultern. Nun muss sie sich aber sputen. Mit geübten Bewegungen verteilt sie die Seife auf ihrem Körper und braust diese dann flink ab, um sich anschließend in den flauschigen Bademantel einzuwickeln.

Mit zielstrebigem Schritt läuft sie zur Saunahütte und legt ihre Tasche und den Mantel im Vorraum ab. Da sie knapp dran ist, muss sie sich mit einem Platz in der mittleren Reihe begnügen, die besten Sitzplätze sind natürlich schon weg.
Als sie endlich auf ihrem Saunahandtuch Platz genommen hat, verschnauft sie. Nun kann die Entspannung beginnen.

Mit dem Aufgusstrog in der Hand, betritt der Saunameister einige Augenblicke später die Blockhütte und schließt die Tür hinter sich, welche zuvor zum Durchlüften geöffnet war. Alle Blicke ruhen auf ihm, als er die Gäste zum Aufguss begrüßt und die Duftmischung, die er mitgebracht hat, nennt. Während der anschließenden kurzen Belehrung hat sie genug Zeit, ihn zu mustern. Ein drahtiger Mann mit ersten grauen Haaren und Dreitagebart. Genau ihr Typ. Dann würde es diesmal nicht nur Verwöhnung für ihre angespannten Schultern, sondern auch für ihre vom Bildschirm müden Augen werden. Fabelhaft!
„Also dann, frohes Schwitzen.“

Mit einer hölzernen Kelle benetzt er die heißen Steine großzügig mit der Duftmischung. Es zischt und dampft. Mit einem Handtuch, welches zuvor auf seinen Schultern lag, verteilt er die heiße Luft über jedem einzelnen der Gäste. Einige keuchen schon. Sie lehnt sich entspannt zurück und atmet die Luft tief ein. Beim Ausatmen spürt sie bereits, wie ihre Nacken- und Schultermuskeln sich anfangen zu entspannen. Sie lächelt wohlig.
Normalerweise würde sie die Augen schließen, aber dieser Saunameister war ein Sahneschnittchen. Genau das, was sie nach endlosen Zahlenketten zur Abwechslung braucht. Er war ihr schon mehrmals aufgefallen. Nur hatte er hin und wieder die Ruheräume kontrolliert und hinter der Bar gestanden.

Beim zweiten Durchgang bedient er sich eines großen Fächers. Die ersten verlassen schwitzend die Hütte. Er schaut ihnen lächelnd nach, bevor er noch einmal das Handtuch schwingt. Auch bei ihr fängt der Schweiß langsam zu laufen an. Die kürzeren Haare kleben schon an ihrem Hals. Fahrig streicht sie sich übers Gesicht. Ihr Herz klopft. Ob sie nur durch den Aufguss so in Wallung ist?
Auf der trainierten Brust des Saunameisters rinnen die ersten feinen Schweißtropfen. Sein Handtuch, welches er um die Hüfte geschlungen trägt, sitzt leider erstaunlich fest. Sie ermahnt sich. Solche Gedanken sind ja nun wirklich mehr als unangebracht.

Als sie die Augen beim dritten Aufguss doch schließt, bemerkt sie nicht, dass auch er sie bewundert. Ihren feingliedrigen Körper, die blonden Haare, welche verlockend an ihrem Hals kleben. Ja, er macht seine Arbeit gern. Er genießt es, die Menschen ins Schwitzen zu bringen. Noch dazu hält auch er sich auf diese Weise gesund und fühlt sich nach einem langen Arbeitstag trotzdem entspannt. Gekonnt beobachtet er die Körper vor sich. Er kann es nicht leugnen, er mag sie alle. Solch ein Wunderwerk und solch ausgeklügelte Systeme und Funktionen.
Natürlich sind nicht alle so ästhetisch gebaut, umso mehr genießt er es, wenn eine fast elfengleiche Schönheit mit in der Sauna sitzt. Und offenbar hält sie auch einiges aus. Der Schweiß rinnt über ihren zarten Körper, ein kleines Lächeln liegt auf dem nunmehr entspannten Gesicht. Wie schön sie aussieht!
Noch bevor sie die Augen wieder öffnet, hat er seinen Blick abgewandt. Mittlerweile weiß er, wie er die Menschen anschauen kann, ohne dass sie sich zu aufdringlich beobachtet vorkommen.

Als der Aufguss vorbei ist, eilen die meisten zur Tür. Sie bleibt noch einen Moment sitzen und wird sich der inneren Ruhe bewusst, die sich allmählich ausbreitet. Als das Getümmel weniger wird, erhebt auch sie sich und läuft an der frischen Luft zuerst eine Runde um die Pools, bevor sie sich in die angenehme Kühle des Tauchbeckens begibt.
Alle Adern ziehen sich zusammen, als sie in das eiskalte Wasser untertaucht. Einige Sekunden verharrt sie, bevor sie aus dem Becken steigt.

Der Saunameister steht noch an der Tür zur Blockhütte. Jetzt muss sie zwangsläufig an ihm vorbei, um an ihre Sachen zu kommen. Sie bemerkt seinen verstohlenen Blick, der über ihren Körper gleitet. Wasserperlen rinnen an ihr herab, während die Wärme kribbelnd in ihre Beine zurückkehrt. Und ihr Herz klopft schon wieder aufgeregt. Innerlich schämt sie sich, dass sie wie ein kleines Mädchen auf seine Anwesenheit reagiert.
Seiner Aufmerksamkeit bewusst, strafft sie die Schultern und läuft mit langsamen, wiegenden Schritten an ihm vorbei. Wenn er sie schon anstarrte, dann wollte sie es ihm auch etwas schwerer machen, wegzuschauen. Ein kleines Grinsen schleicht sich in ihre Mundwinkel. Immerhin möchte auch sie einen kleinen Spaß bei der Sache haben.

Als sie zum Ausgang zurück geht, den Bademantel locker um ihren Körper gewickelt, steht er noch immer in der Tür. Als sie an ihm vorbei läuft, spürt sie eine flüchtige Berührung an ihrer Hüfte, fast ein Lufthauch.
„Entschuldigung?“, sie dreht sich zu ihm herum. Die meisten Saunagänger sind schon nach drinnen in den Ruheraum zurückgekehrt. Sie bemerkt ihr starkes Herzklopfen und wie ihr die Röte in die Wangen steigt.
„Ja?“, kommt seine schelmische Antwort prompt.
„Wieso beobachten Sie mich?“, fragt sie geradeheraus. Wenn schon, denn schon. Sie will ihm zeigen, dass seine Blicke nicht unbemerkt geblieben sind. Auch wenn sie sich insgeheim geschmeichelt fühlte.
„Habe ich das? Ich glaube, das beruht auf Gegenseitigkeit.“
Man, der war ja dreist. Aber er sah einfach zu gut aus. Woher sie auf einmal den Mut genommen hatte, war ihr im Nachhinein nicht klar.
Ihr Erröten war ihm nicht entgangen. Auch er muss zugeben, dass er den Blick nicht von ihr lassen konnte, auch wenn er es ihr nicht offen gestehen würde.
„Kennen Sie eigentlich unsere neue Regendusche schon?“, fragt er ganz unverfänglich, jedoch nicht ganz ohne Hintergedanken.
„Ääh, nein. Aber die muss doch irgendwo hier draußen sein, oder?“
„Kommen Sie, ich zeig sie Ihnen. Wird Ihnen sicherlich gefallen.“

Er begleitet sie auf dem mit kleinen Lampions beleuchteten Weg zu einer etwas abgelegenen Ecke, die mit Steinwänden gegen Blicke von außen geschützt war.
Seine Hand ruht noch immer auf ihrer Hüfte, als er sie vorsichtig in den gewundenen Gang schiebt. Mit fragendem Blick dreht sie sich zu ihm um.
„Wollen Sie mit mir zusammen duschen?“

Normalerweise hätte sie jedem diese unanständige Frage ausgeschlagen. Doch dieses gewisse Knistern zwischen ihnen machte sie neugierig. Und schließlich kann sie hier niemand beobachten. Keck lässt sie den Bademantel von ihren Schultern rutschen, den er mit schneller Reaktion auffängt.
„Na dann mal los.“
Während er das Handtuch von seinen Hüften wickelt, verschlingt sie mit pochendem Herzen seinen sportlichen Körper. Sixpack und ein knackiger Hintern, kräftige Oberarme…
„Erwischt.“

Mit schnellem Griff packt er sie an der Hüfte und ehe sie vor Schreck einen Mucks machen konnte, presst er sie bereits gegen die Mauer. Er drückt einen Knopf an ihrer rechten Seite und lauwarmes Wasser sprudelt sanft über ihre Körper. Mit pochenden Herzen stehen sie beide einen Moment wie angewurzelt da, ehe er mit sanften Bewegungen über ihre Schultern und Arme streicht.
„So ein schöner Körper.“, flüstert er. Geschmeichelt durch seine Worte, setzt sie an zu entgegnen: „Danke, du siehst aber auch nicht…“
Als seine Lippen sanft die ihrigen berühren und sie zum Verstummen bringen. Ihre Hände streicheln voller Bewunderung über seine Brustmuskeln, während er ihrem Hals mit zarten Küssen schmeichelt und ihr Begehren nach diesem Mann wie Wellen durch ihren Körper flutet.
Seine Lippen wandern herab zu ihren Brüsten, die er voller Bewunderung in beiden Händen hält. Ihre Brustwarzen stellen sich bei seiner federleichten Liebkosung auf. Seine Hände haben sich nun zu ihrem Bauch vorgewagt und kreisen um ihren Nabel und ihre Hüften. Seine Zunge spielt noch immer mit ihren harten Nippeln, ihr Atem geht immer schneller, als er sich wieder aufrichtet.

Einen Moment sind sie wie gefangen in den Blicken des anderen, sie können das Verlangen förmlich riechen. Die Regendusche prasselt weiter angenehm auf sie ein, während sie sich stürmisch küssen, als hätten sie sich gesucht und gefunden. Seine Hände umfassen ihren Po, während sie nicht aufhören kann seine Muskeln zu erkunden.
Eng aneinander gedrückt, spürt sie immer mehr die Berührung zwischen ihren Beinen. Ihre Finger tasten sich vorsichtig dahin vor, während sie seinen Hals küsst. Seine starke Atmung ermutigt sie, weiterzumachen. Sie nimmt seine Erektion in die Hand. Immer schneller und fester reibt sie, begleitet vom Regen der Dusche. Von Zeit zu Zeit unterbricht sie, um seinen Körper näher an ihrem zu spüren. Wie sehr sie ihn begehrte!
Als er kommt, merkt sie die warme Flüssigkeit an ihrem Oberschenkel kleben, bevor sie abgewaschen wurde. Noch immer stark atmend, dreht er sie mit dem Rücken zu sich und knurrte ihr mit betörender Stimme ins Ohr: „Und jetzt bist du dran.“

Seine heißen Küsse auf ihrem Hals, seine Hände überall. Sie schwimmt auf den Wellen ihres Verlangens und ihre Mitte fühlt sich bereits kochend heiß an. Als ob er es wüsste, greift seine Hand in die Kuhle zwischen ihren Beinen, die andere kreist weiter über ihre Hüften.
Er weiß genau, wo er sie berühren muss, um sie weiter heiß zu machen. Und es macht ihn umso mehr an, zu sehen, dass er damit Erfolg hat. Er drückt seinen Körper von hinten gegen sie, reibt seine erneute Erektion zwischen ihre leicht geöffneten Oberschenkel.
Besonders prickelnd ist es durch die schmeichelnden Tropfen der Dusche, die ihre Körper mit warmem Wasser verwöhnt. Der Knoten ihrer Haare hatte sich bereits gelöst, zärtlich schiebt er die losen Strähnen hinter ihre Ohren.
Als er ihr Ohrläppchen vorsichtig zwischen die Lippen nimmt, merkt er, wie sich ihr Körper unter seinen streichelnden Berührungen wölbt. Bald würde sie soweit sein. Und er würde ihr diesen Moment so schön wie möglich gestalten.

Sie kommt zwischen seinen Händen, seinen Küssen auf ihrem Hals und dem Reiben seines steifen Penis von hinten. Die Regendusche plätschert fröhlich weiter als sie atemlos ihr Gesicht an seine Schulter legt.
„Und, habe ich zu viel versprochen?“
„Nein, es war wirklich einzigartig.“, gibt sie zu, als sie ihre Handtücher vom Boden aufklauben und sich gegenseitig abrubbeln, als wären sie ein Paar und nicht zwei sich beinahe unbekannte Menschen.
Sie wickelt sich in ihren Bademantel ein und schweigend laufen sie nebeneinander zur Bar. Jeder ein heimliches Lächeln im Gesicht. Keiner würde von dem Zauber zwischen ihren Körpern erfahren. Ein kleines Geheimnis, was sie beide verbinden würde.

Er notiert etwas auf seinem Block und als sie den frisch gepressten Orangensaft ausgetrunken hatte, verabschiedeten sie sich förmlich. Sein kurzes Zwinkern und eine hauchfeine Berührung an ihrer Hüfte blieben ihr jedoch nicht verborgen.
„Ich schätze, man sieht sich?“, grinst er schief.
„Denke schon. Tschüss.“
Mit wiegendem Schritt läuft sie zum Ruheraum.

Als sie abends zu Hause ankommt und die Wäsche auf die Leine hängt, fällt ihr ein kleiner Zettel aus dem Bademantel in die Hand. Es steht eine Nummer drauf.
Lächelnd speichert sie sich diese in ihr Handy ein, unter dem Namen „Saunamann“.
Schätze, bis bald….

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